Warum Spiritualität mit Sport verbinden?

Die Voraussetzung, um spirituelle Erfahrungen machen zu können, ist ein entspannter Körper. Mit Entspannung ist hier ein gelöster, aber zugleich wacher Zustand gemeint, in dem sich die Gedanken ausdünnen und das Spürbewusstsein zugenommen hat. Das eigene (leisten) Wollen, das aktive Denken und Streben werden losgelassen und das innere «Selbst» (Gott) hat die Initiative übernommen.

Bei jeder Sportart, die meditativ ausgeführt wird (alle Arten von Laufen, Schwimmen, Velofahren, Boules spielen, Golfen usw.) kann diese Erfahrung gemacht werden: Dann nämlich, wenn sich die Denk- und Emotionsbewegungen mit den körperlichen Bewegungen verbunden haben. Das «Hier und Jetzt» oder die «Heiligkeit des Lebens» wird dann spürbar in einem neuen Grundgefühl der Leichtigkeit, der Lebendigkeit und des Fliessens, dem sogenannten «Flow».

Beispiel: Die Kunst des Bogenschiessens besteht nicht in der perfekten Bogenhaltung und dazu trainierter Muskeln. Die Kunst besteht vor allem in einer geistigen Schulung. Diese hat zum Ziel, das Ego des Schützen, das sich unter anderem in seinem Leistungswillen zeigt, zurücktreten zu lassen. Das rechte Tun und Handeln kann nur in einem Zustand wahrer Selbstlosigkeit erfolgen. Viel wichtiger als alle äusseren Taten und Leistungen wird darum  die innere Tat: das Erreichen einer hohen Geistesgegenwart und Bewusstheit. Bewusstheit heisst in diesem Zusammenhang volle Präsenz, volle Aufmerksamkeit bei der jeweiligen Tätigkeit. Ist diese wache Bewusstheit da, erhält der Bogenschütze Zugang zu tieferen (spirituellen) Erfahrungsdimensionen.

 

SchrittWEISE

«Kämpfe gegen Feuer mit Wasser. kämpfe gegen Zorn mit Liebe; kämpfe gegen ‹Ich kann nicht› mit ‹Ich kann›. Unsere Fähigkeit, Extreme zu neutralisieren, verleiht uns die Macht, die Realität zu verändern».

Jerry Lynch,
Gründer des TAO Sport Center (USA)